Warum wir helfen

  • Wir wollen verhindern, dass sich HIV/AIDS in den ärmsten Regionen der Welt weiter ausbreitet.
  • Wir sind der Meinung, dass durch Armut verursachte Leiden strukturell unnötig sind.
  • Wir stehen für nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe, Gerechtigkeit, sowie für Respekt und Wertschätzung für benachteiligte Menschen.

Wo wir helfen

 

Emali - „die Stadt, die niemals schläft“

Emali liegt zwischen der Hauptstadt Nairobi und der Küstenstadt Mombasa, an der Mombasa-Road, einer der wichtigsten Verkehrsstraßen Ostafrikas. Viele LKW-Fahrer machen in Emali Halt, einige Hotels, viele Imbiss- und Marktstände und ein reges Nachtleben haben sich in der Kleinstadt etabliert – und damit das sogenannte älteste Gewerbe der Welt.

Zunehmende Prostitution

Etwa die Hälfte der Menschen in Emali sind von existenzieller Armut (<1,25 $/Tag) betroffen und viele der älteren Generation können weder lesen noch schreiben. Industrie fehlt weitgehend in der Region. Friseurgeschäfte, Nähstuben und Lebensmittelshops prägen das Stadtbild. Wer ein Stück Land besitzt, baut etwas an, doch Landwirtschaft ist im halbtrockenen Hochland Kenias, mit den unvorhersehbaren Klimaschwankungen, immer schwieriger geworden. Vielen Frauen in der Region bleibt, oft auf Grund von mangelnder Ausbildung und fehlenden Arbeitsplätzen, nur der Weg in die Prostitution.

Epizentrum der HIV-Verbreitung

Bedingt durch die florierende Prostitution, die in Kenia illegal und daher unkontrolliert ist, ist die HIV-Rate in Emali um ein Vielfaches höher als in anderen Regionen des Landes. Wer sich mit HIV infiziert hat, verschweigt oftmals die Krankheit, aus Angst vor Stigmatisierung. Dadurch steigt die Ansteckungsrate weiter an. Gründe genug für Daraja – die Brücke, um etwas zu tun.


Wie wir helfen

HIV-positive Menschen aus und rund um Emali organisieren sich in Selbsthilfegruppen, die von unseren MitarbeiterInnen professionell begleitet werden. Diese Struktur ermöglicht es, Ausgrenzung zu überwinden, und bietet Unterstützung in psychischer, sozialer sowie wirtschaftlicher Hinsicht.


Für die Selbsthilfegruppen werden Trainings angeboten. Ein Alphabetisierungskurs für Menschen mit mangelnder Schulbildung findet wöchentlich statt. Zudem werden Grundkenntnisse des selbstständigen Wirtschaftens vermittelt. Individuelle Ausbildungstrainings, zum Beispiel zum Koch/zur Köchin, zum Friseur/zur Friseurin oder Schulungen in Tierzucht und Landwirtschaft ermöglichen eine selbstständige berufliche Tätigkeit und finanzielle Unabhängigkeit.


Nach absolviertem Training können die Betroffenen Mikrokredite beantragen. Die Gruppenmitglieder bürgen gegenseitig für ihre Kredite. Die Kredite werden wöchentlich innerhalb der zuvor festgesetzten Laufzeit zurückbezahlt. Schrittweise erfolgt somit der Aufbau eines eigenen, kleinen Unternehmens. Damit wird die lokale und regionale Wirtschaft gestärkt.


HIV ist eine Erkrankung des Immunsystems und hat daher häufig Begleiterkrankungen zur Folge. Nur wer gesundheitlich stabil ist, kann auch nachhaltig der Armut entfliehen. Aus diesem Grund wurde in Emali eine kleine, projekteigenen Klinik aufgebaut, die für Projektmitglieder und deren Familien kostenlose medizinische Grundversorgung bietet.


"Daraja – die Brücke" setzt sich nicht nur für bereits mit HIV infizierte Menschen in einer der ärmsten Regionen ein, sondern langfristig soll eine weitere Ausbreitung des Virus gestoppt werden. In Form von Gesundheitstrainings werden Betroffene über HIV/AIDS und den Umgang mit der Krankheit geschult.


Wem wir helfen

 

Emali wird von unterschiedlichsten Ethnien bewohnt, darunter Kenias wahrscheinlich bekannteste Bevölkerungsgruppe, die vielfach traditionell lebenden Massai mit ihren Rinderherden. Die Diversität spiegelt sich auch in unseren Selbsthilfegruppen. In sechs Gruppen organisieren sich um die 100 HIV-positiven Frauen und Männer aller Altersstufen. Seit 2014 gibt es eine eigene Kindergruppe im Projekt, mit rund 30 HIV-positiven Kindern zwischen 3 und 18 Jahren.

 

Kinderprojekt „Watoto“

Kinder und Jugendliche haben es in Kenia besonders schwer, sich offen als HIV-positiv zu deklarieren. Familienmitglieder verschweigen ihren Kindern meist jahrelang ihren Status, Aufklärung zum Thema Sexualität, Verhütung und HIV ist vielerorts noch ein Tabu. Das führt nicht selten dazu, dass Jugendliche ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, das Virus weitergeben, und ungewollt schwanger werden. Die UNICEF schätzt, dass 30-50% der Mädchen in Kenia vor ihrem 19. Geburtstag das erste Kind bekommen. Und während die HIV-Neuansteckungsrate in Gesamtzahlen zurückgeht, ist sie in der Altersgruppe der 10-19jährigen seit 2005 um 30% gestiegen. 
Um Bildung und Ausbildung für die junge Generation in Kenia zu gewährleisten, erhalten die von HIV/AIDS betroffenen Kinder in unserem Kinderprojekt „Watoto“ in Emali nicht nur psychosoziale und medizinische Betreuung, sondern auch finanzielle Hilfe für die Schule. Schulgebühren sowie Schuluniformen werden von uns übernommen. Einmal im Trimester finden Schulbesuche in den jeweiligen Schulen der Kinder durch unsere MitarbeiterInnen statt.
Die Kinder und Jugendlichen der Gruppe „Watoto“ werden bei regelmäßigen Gruppentreffen und im Rahmen von Hausbesuchen durch unsere MitarbeiterInnen an die Thematik HIV/AIDS herangeführt. Die Themen Ernährung, Hygiene und Gesundheit werden spielerisch mit den Kindern erarbeitet. Bei den mehrstündigen Gruppentreffen wird gesungen, gespielt, diskutiert, aber auch gemeinsam gelernt. Eine reichhaltige Jause wird, unter anderem mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten, bei allen Treffen gemeinsam vorbereitet und gegessen. Zudem erhalten die Kinder kostenloste Behandlungen in unserer Projektklinik.