Minderjährig, schwanger und HIV-positiv – wie Daraja junge Mütter in Kenia unterstützt

 

In Kenia sind, wie in unseren Breitengraden auch, Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV weit verbreitet. Infizierte, die sich zu ihrem Status bekennen, werden plötzlich von ihrem Umfeld gemieden und fallen nicht selten aus ihrem sozialen Netz. Das macht es vor allem für Jugendliche sehr schwer, sich offen als HIV-positiv zu deklarieren. Familienmitglieder verschweigen ihren Kindern meist jahrelang ihren Status, Aufklärung zum Thema Sexualität, Verhütung und HIV ist vielerorts noch ein Tabu. Das führt nicht selten dazu, dass Jugendliche ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, den Virus weitergeben, und ungewollt schwanger werden. Die UNICEF schätzt, dass 30-50% der Mädchen in Kenia vor ihrem 19. Geburtstag das erste Kind bekommen. Und während die HIV-Neuansteckungsrate in Gesamtzahlen zurückgeht, ist sie in der Altersgruppe der 10-19jährigen seit 2005 um 30% gestiegen. Schlimmer noch: AIDS ist eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Menschen in Afrika zwischen 10 und 24.

 

Das sind alarmierende Zahlen, denen Daraja & Mt. Zion mit Aufklärungsarbeit in der Zielgruppe entgegenwirken will. Zum einen werden die älteren Kinder und Jugendlichen der Kindergruppe „Watoto“ bei den monatlichen Treffen und im Rahmen von Hausbesuchen durch unsere Mitarbeiter*innen an die Thematik HIV herangeführt und können offen Fragen stellen, die innerhalb der Familie möglicherweise verschwiegen werden müssen. Zum anderen wird derzeit eine neue Selbsthilfegruppe im Projekt formiert, die vor allem junge HIV-Positive in Emali ansprechen soll.

 

Kenia hat strenge Richtlinien für HIV-Tests und -Beratungen, sieht aber gesetzlich vor, dass Gesundheitsarbeiter*innen in Fällen, in denen junge HIV-positive Menschen schwanger, verheiratet oder sexuell aktiv werden, diese über ihren Status aufklären. Dennoch wird nicht immer davon Gebrauch gemacht. Immer wieder kommt es zudem vor, dass Ärzt*innen Falschinformationen weitergeben, minderjährige Schwangere moralisch verurteilt werden, besonders, wenn sie sich mit dem HI-Virus infiziert haben.

 

Momentan begleiten die Mitarbeiter*innen unserer Partnerorganisation ein 14jähriges HIV-positives Mädchen im Kinderprojekt, das ungewollt schwanger wurde. Sie erhält spezielle Medikamente, die das Kind im Mutterleib nicht schädigen können, und auch eine Normalgeburt ermöglichen. Auf diese Weise und mit ausreichender Informationsarbeit, sowie psychosozialer Beratung wurden bisher einige HIV-positive Frauen im Projekt während der Schwangerschaft unterstützt, deren Kinder HIV-negativ sind.