Die Stadt Emali

In Kenia konzentriert sich die Arbeit von Daraja und Mt. Zion auf die Stadt Emali. Oberflächlich betrachtet ist Emali eine Stadt wie manch andere. Durch ihre Lage bekommt Emali aber besondere Bedeutung in der HIV-Prävention. Denn sie liegt an der wichtigsten Hauptverkehrsroute Ostafrikas, der Mombasa Road, die auch direkt im Ort eine Straße vom Landesinneren zum nahen Mt. Kilimanjaro kreuzt. Die Stadt liegt zudem innherhalb der Grenzen zweier kenianischer Provinzen, welche von unterschiedlichen Ethnien bewohnt werden. So kommt es, dass sich oft traditionell lebende Massai und fortschrittlichere Kamba die Region (20 000 Einwohner) und Stadt Emali (ca. 8000 Einwohner) teilen. Hinzu kommt noch das trockene Klima dieser Region Kenias, welches durch zunehmend unregelmäßig auftretende Regenzeiten unterbrochen wird.
 
Aus der Lage der Stadt ergeben sich viele Problemlagen, die intensive Arbeit bezüglich HIV erforderlich machen. Die unregelmäßig auftretenden Regenzeiten verursachen bei der großteils von Subsistenzlandwirtschaft lebenden Bevölkerung Nahrungsmittelknappheit und während des Regens die Häufung von Malariafällen. Dies schwächt insbesondere die mit dem HI-Virus infizierten Menschen besonders und steigert dadurch deren finanziellen Aufwand für Ernährung und Medikamente. Eine große Schwierigkeit für die in Emali beheimateten Menschen, sind diese ohnehin schon zur Hälfte von existenzieller Armut (<1,25 $/Tag) betroffen und können genauso häufig weder lesen noch schreiben.
 
Das wachsende wirtschaftliche Leben Emalis ist ausgerichtet auf Handel und Dienstleistungen für die Reisenden und der zur Straße kommenden ländlichen Bevölkerung. Auf Grund mangelnder Bildung und Armut bleibt von diesen Dienstleistungen für viele Frauen nur die Prostitution übrig. Hier ergibt sich eine tragische Besonderheit Emalis, es wird zum Knotenpunkt in der Verbreitung von HIV, Reisende als auch die arme ländliche Bevölkerung infizieren sich. In der ländlichen Bevölkerung ist ein positiver HIV-Status ein hoher Stigmatisierungsgrund, viele ziehen daher vom Umland in die Stadt Emali, um dort vermeintlich neu anzufangen. Der Teufelskreis aus Armut, Prostitution und neuerlichen HIV-Infektionen schließt sich. Es ist also wenig verwunderlich, dass die HIV-Rate in Emali mindestens doppelt so hoch wie im Rest Kenias ist. Der Grund für Daraja, genau dort HIV zu bekämpfen.
 
 
Regenzeit
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